Ressourcenbewusste Dreharbeiten in Tirol
Tirol bietet vielfältige Drehmöglichkeiten – von alpinen Landschaften und Natur- und Kulturräumen bis zu urbanen Schauplätzen, historischen Gebäuden und moderner Architektur.
Damit Dreharbeiten an diesen Orten möglichst umsichtig geplant werden können, unterstützt Cine Tirol Filmschaffende mit Informationen, Kontakten und die Vernetzung mit regionalen Akteur:innen, wie bspw. den Tiroler Green Film Consultants oder den Nachhaltigkeitskoordinator:innen der Tiroler Tourismusverbände.
Im Mittelpunkt stehen dabei konkrete Entscheidungen entlang der Produktionskette: die Wahl des Drehorts, An- und Abreise, Transporte, Energieversorgung, Szenenbild, Kostüm, Maske, Technik, Catering, Unterkunft sowie Abfallvermeidung und -trennung. Für geförderte Kinofilmproduktionen sind viele dieser Punkte über die Green Filming Regelungen des Österreichischen Filminstituts ohnehin verbindlich zu berücksichtigen – die folgenden Abschnitte orientieren sich bewusst an dieser Struktur.
Maßnahmen frühzeitig entlang der Produktionskette planen
Ressourcenbewusste Produktionsabläufe beginnen bereits in der Projektentwicklung, idealerweise mit einem „Green Concept“ und der Einbindung eines Green Film Consultants. Welche konkreten Maßnahmen sinnvoll und umsetzbar sind, hängt von Größe, Format und den örtlichen Gegebenheiten des jeweiligen Projekts ab. Der Kriterienkatalog des Österreichischen Filminstituts gliedert die relevanten Themenfelder wie folgt:
Mobilität. Wege, Transporte und Fahrzeugbewegungen frühzeitig erfassen und wo möglich reduzieren; öffentliche Verkehrsmittel, Fahrgemeinschaften und gebündelte Transporte prüfen; Ladeinfrastruktur, Treibstoffversorgung und Parkmöglichkeiten am Drehort berücksichtigen.
Set, Materialien für Bauten, Szenenbild und Requisiten. Weiterverwendung vorhandener Ausstattung, Anmietung oder Einkauf gebrauchter Materialien sowie Mehrweglösungen prüfen; Herkunft, Verfügbarkeit und Entsorgungsmöglichkeiten der eingesetzten Materialien dokumentieren.
Kostüm und Maske. Analog zu Szenenbild und Requisiten: Wiederverwendung, Secondhand-Beschaffung und nachvollziehbare Herkunft der eingesetzten Materialien und Produkte.
Technik. Energiebedarf, Stromversorgung und Einsatz technischer Geräte bereits in der Produktionsplanung berücksichtigen, z. B. bei der Wahl von Beleuchtung und Stromaggregaten.
Catering und Unterkünfte. Zertifizierte Unterkunftsbetriebe, regionale Anbieter:innen, Mehrweggebinde, bedarfsgerechte Mengenplanung und die Vermeidung von Lebensmittelabfällen prüfen.
Abfallmanagement (Grundkriterien). Abfälle getrennt sammeln und an geeignete Entsorgungsstellen übergeben; für Dreharbeiten in sensiblen Naturräumen Schutzmaßnahmen mit den zuständigen Stellen abstimmen.
Für die CO2eq-Bilanzierung einzelner Maßnahmen, etwa im Bereich Mobilität, steht mit dem CO₂-Rechner für Film & TV Austria von EVERGREEN PRISMA, dem Kompetenzzentrum für Green Filming, ein frei zugängliches Tool zur Verfügung.
Die dargestellten Maßnahmen dienen der Orientierung bei der Planung von Filmproduktionen. Welche Maßnahmen umgesetzt werden können und welche Auswirkungen sie haben, hängt von den jeweiligen Projektbedingungen, den Drehorten sowie den organisatorischen und technischen Rahmenbedingungen der Produktion ab.
Die genauen MUSS- und SOLL-Kriterien je Kategorie sowie die dazugehörigen Vorlagen für Einreichung und Abschlussbericht sind nicht Gegenstand dieser Seite, sie werden vom Österreichischen Filminstitut laufend aktualisiert. Die jeweils aktuelle, verbindliche Fassung finden Sie direkt beim ÖFI:
- ÖFI Kriterienkatalog der ökologischen Standards für österreichische Kinofilmproduktionen, alle Merkblätter, Vorlagen und Download-Unterlagen (Green Concept, Green Filming Check, Final Green Report): https://filminstitut.at/foerderportal/green-filming-foerderung
- EVERGREEN PRISMA CO₂-Rechner für Film & TV Austria: https://www.lafc.at/evergreenprisma/tools.php?aid=23&cp=11
Dreharbeiten in Tirol
Bei Dreharbeiten in Natur- und Kulturräumen sind Drehgenehmigungen, Zufahrten, Schutzbestimmungen und lokale Auflagen rechtzeitig zu klären. Das gilt insbesondere für geschützte Gebiete, sensible Ökosysteme, Gewässer, Wälder, Gletscher und landwirtschaftlich genutzte Flächen.
Für die Vorbereitung empfehlen wir:
- Den Drehort frühzeitig besichtigen und die notwendige Infrastruktur dokumentieren.
- Zufahrten, Parkflächen, Stromversorgung, Sanitäranlagen und Sammelstellen abstimmen.
- Zuständigkeiten für Genehmigungen und Schutzmaßnahmen klären.
- Das Filmteam vor Drehbeginn über Verhaltensregeln und örtliche Auflagen informieren.
- Nach Abschluss der Arbeiten den Drehort gemeinsam kontrollieren und temporäre Einrichtungen vollständig entfernen.
Cine Tirol unterstützt bei der Orientierung im Filmland Tirol und stellt den Kontakt zu den jeweils zuständigen Stellen her. Die Verantwortung für Genehmigungen, die Einhaltung behördlicher Auflagen und die konkrete Durchführung der Dreharbeiten bleibt bei der jeweiligen Produktion.
Green Producing und Nachweise
„Green Producing“ wird auf dieser Seite als Sammelbegriff für die Planung und Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Verringerung des Ressourcenverbrauchs und zur Vermeidung unnötiger Umweltbelastungen in Filmproduktionen verwendet. Der Begriff stellt keine automatische Auszeichnung oder Zertifizierung einer Produktion dar.
Für Kinofilmproduktionen, die vom Österreichischen Filminstitut gefördert werden, ist die Berücksichtigung von Green Filming Kriterien verpflichtend und über einen Abschlussbericht nachzuweisen. Der zugrunde liegende Kriterienkatalog wurde vom Österreichischen Filminstitut gemeinsam mit EVERGREEN PRISMA, dem Kompetenzzentrum für Green Filming Europe der Lower Austrian Film Commission (LAFC), sowie dem Verband der Green Film Consultants Austria (VGFCA) entwickelt.
Alternativ oder ergänzend kann eine Produktion nach der österreichischen Umweltzeichen-Richtlinie UZ 76 „Green Producing in Film und Fernsehen“ zertifiziert werden. Beide Systeme unterscheiden zwischen Anforderungen an das Filmproduktionsunternehmen und Anforderungen an die konkrete Filmproduktion. Die Einhaltung muss jeweils nachgewiesen und geprüft werden.
Wer eine Produktion in Tirol plant und dafür eine fachkundige Begleitung sucht, findet über das Verzeichnis der Green Film Consultants Austria von EVERGREEN PRISMA passende Ansprechpartner:innen. Green Film Consultants mit Hauptwohnsitz in Tirol sind in der Datenbank „Crew & Facilities“ gelistet.
- EVERGREEN PRISMA – Verzeichnis Green Film Consultants Austria: https://www.lafc.at/evergreenprisma/connective.php?ggid=6&aid=50&cp=1
- Verzeichnis Tiroler Green Film Consultants Austria: https://www.cine.tirol/crew-facilities/green-film-consultants/
- Verband Green Film Consultants Austria: https://www.vgfca.at/
Die folgenden Links bieten weiterführende Informationen zu Mobilität, Unterkünften, regionalen Angeboten sowie bestehenden Zertifizierungs- und Orientierungssystemen.
Weiterführende Links
- EVERGREEN PRISMA – Kompetenzzentrum für Green Filming Europe: https://www.lafc.at/evergreenprisma/
- Österreichisches Filminstitut: Green Filming: https://filminstitut.at/green-filming
- RichtlinieUZ 76 des Österreichischen Umweltzeichens: https://www.umweltzeichen.at/de/zertifizierung/der-weg-zum-umweltzeichen/antragsinfos-zur-richtlinie-uz-76-green-producing-in-film-und-fernsehen
Think About:
- Allgemein: https://www.tirol.at/aktivitaeten/urlaubsideen/nachhaltiger-urlaub
- Regionen mit Umweltzeichen: https://www.tirol.at/aktivitaeten/urlaubsideen/nachhaltiger-urlaub/umweltfreundliche-regionen
- Unterkünfte mit UZ: https://www.tirol.at/unterkuenfte/nachhaltige-unterkuenfte
- Anreise nach Tirol: https://www.tirol.at/reiseservice/anreise siehe CBT: https://www.convention.tirol/gut-zu-wissen/anreise-mobilitaet
- Hofläden in Tirol: https://www.tirol.at/aktivitaeten/kulinarik/hoflaeden
- Bauernmärkte: https://www.tirol.at/aktivitaeten/kulinarik/bauernmaerkte