Bergwelten: Herbert Tichy – Weltenwanderer, Bergsteiger, Sinnsucher
Er war Reiseschriftsteller, Philosoph, Grenzgänger und Pionier des Höhenbergsteigens: Herbert Tichy. 1954 bestieg der Wiener gemeinsam mit Sepp Jöchler und Pasang Dawa Lama als erster Mensch den 8.188 Meter hohen Cho Oyu – ohne zusätzlichen Sauerstoff und mit minimaler Ausrüstung. Die neue Bergwelten-Dokumentation erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich selbst stets nur als „Wanderer“ sah.
Vom Kailash zum Cho Oyu
Zwei Reisen prägten Herbert Tichy besonders: 1936 umrundete der junge Geologiestudent als indischer Pilger verkleidet den Kailash im Westen Tibets. Die Reise begründete seine lebenslange Faszination für Asien. 18 Jahre später machte er sich auf zum Cho Oyu – damals ein unbestiegener Achttausender.
Revolution des Höhenbergsteigens
Am 19. Oktober 1954 gelang Tichy gemeinsam mit seinem Sherpafreund Pasang Dawa Lama und dem Tiroler Sepp Jöchler die Erstbesteigung des Cho Oyu. Statt einer großen Expedition setzte Tichy auf ein kleines Team, minimale Ausrüstung und den Verzicht auf zusätzlichen Sauerstoff aus der Flasche. „Tichy war der Pionier dieser Art des Expeditions-Bergsteigens, wie es später die Generation um Messner betrieben hat“, sagt der langjährige Himalaya-Expeditionsleiter Wolfgang Nairz.
Mit Markus Freistätter